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„Der Raub des Domschatzes“

Eine historische Krimikomödie in zwanzig Bildern

 

Erster Teil:

Die napoleonischen Eroberungszüge sind beendet, der Kongress in Wien hat für neue Herrschaftsverhältnisse gesorgt und Verden wird vom Königshaus Hannover regiert. Zeit, sich wieder den Belangen des Städtchens zuzuwenden, dessen altehrwürdiger Dom dringend vor dem Verfall gerettet werden muss. Durch die zahlreichen Gruften, in denen die Bischöfe der vergangenen Jahrhunderte ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, ist der mittelalterliche Kirchenbau derart unterhöhlt, dass ein Einsturz droht.

 

Die Honoratioren von Stadt und Kirche beschließen, den Baumeister Leo Bergmann mit der Sanierung zu beauftragen, für die sie insgesamt 30 000 Taler veranschlagen. Zwei Nacht-wächter werden beauftragt, dem Baumeister den Auftrag zu übermitteln. Dass Bergmann mit der verarmten, französischen Adeligen Colette du Colombert verheiratet ist, sorgt zwar im Vorfeld für ein wenig Unmut, doch Zigarrenfabrikbesitzer Franke legt ein gutes Wort für den Baumeister ein.

 

Schließlich hat der reiche Verdener Bürger – ebenso wie seine Frau – ein Faible fürs Hochwohlgeborene und fördert auch gern die Ambition seiner zarten Tochter Adele, die vom eleganten, aber verschuldeten Leutnant von Buckwitz umworben wird. Deshalb weist Franke den alternden Bankier zurück, der ebenfalls um sein Töchterlein anhält.

 

Rustikaler geht es in der Liebschaft zwischen dem Tausendsassa Donald Donnerbart und seiner angebetenen Marianne zu, die täglich in Frankes Fabrik als Arbeiterin schuften muss.

 

Für Donnerbarts amourös-romantischen Annäherungsversuche hat die bodenständige Frau wenig Verständnis – sie weiß, wie hart man arbeiten muss, um wenigstens ein kärgliches Dasein fristen zu können.

 

Auch Leo Bergmann, obgleich gebildet, lebt in ärmlichen Verhältnissen. In der Walpurgisnacht beklagt er an der Blumenwisch sitzend sein Schicksal, ein Baumeister ohne Bau zu sein. Da wird er heimlich Zeuge eines Hexentreffens, bei dem ihm eine reiche Zukunft vorausgesagt wird. Kaum sind die Hexen verschwunden, trifft Bergmann auf die beiden Nachtwächter, die ihm den Auftrag zur Domsanierung verkünden und ihm fälschlicher Weise ein Honorar von 30 000 Talern avisieren. Überglücklich benachrichtigt er seine geliebte Colette, die sofort plant, den vermeintlich ins Haus stehenden Geldsegen in den Wiederaufbau ihres Chateaus zu investieren.

 

Mit einem großen Maientanz will die Verdener Bevölkerung den Wonnemonat begrüßen. Derweil alles feiert, trinkt und lacht, trifft Bergmann auf die Honoratioren der Stadt – und erfährt die desaströse Wahrheit über die für seinen Auftrag zur Verfügung stehende Geldsumme. Während er noch versucht, seine Erschütterung zu verbergen, verbreitet sich die Kunde einer noch größeren Katastrophe wie ein Lauffeuer: Frankes Zigarrenfabrik brennt!

 

Während die Ulanen nach dem Brandstifter fahnden, droht Adele ihre Liebe zu verlieren: Der Bankier will ihrem Vater ein Darlehen für den Wiederaufbau der Fabrik nur gegen die Hand Adeles gewähren. Ihr Leutnant verspricht, den Kampf aufzunehmen. Zeitgleich erfährt der Dombaumeister aus einem Brief Colettes von ihren Investitionen, die ihn nun gänzlich ins Verderben zu stürzen drohen.

 

Im Casino des Verdener Heilbades finden sich die Verzweifelten zusammen. Von Buckwitz und Bergmann wollen ihr Glück im Spiel suchen – und scheitern. Für den Leutnant endet die Partie mit einer Verabredung zum Duell, Bergmann dagegen wird sich selbst auf der Blomenwisch das Leben nehmen. Ein weiteres Mal greifen die Hexen in des Dombaumeisters Schicksal ein: Im Gegenzug für ein unheiliges, heimliches Eheversprechen mit der Hexe Sybille soll Bergmann nicht nur aus des Todes Fängen errettet werden, sondern ihm wird erneut großer Reichtum versprochen.

 

Weniger gute Aussichten hat Leutnant von Buckwitz: In einem Duell glaubt er den Spieler, der ihm im Casino erst Geld geliehen und ihn dann beleidigt hat, erschossen zu haben. Seine Kameraden raten ihm zur Flucht ins Ausland.

 

PAUSE

 

Im düsteren Eitzer Moor schickt Sybille dem schlafenden Leo Bergmann einen Traum, der ihm das Geheimnis des Franzosenschatzes offenbart, der in den Katakomben des Domes verborgen sein soll. Als der Baumeister daraufhin den Schatz heben will, trifft er auf Leutnant von Buckwitz, der vor seiner Flucht gerade eine geheimes Tête-à-tête mit der geliebten Adele in den Gewölben der Kirche absolviert hat. In der Dunkelheit kann Bergmann den Anderen jedoch nicht ausmachen, der schnell- und aus gutem Grund – das Weite sucht. Überglücklich stößt der Baumeister schließlich auf die Truhe, die seine Rettung werden soll. Doch erneut wird die Prophezeiung der Hexen keine Erfüllung finden. In der ausweglosen Situation beschließt Bergmann ergrimmt, die ihm abholde Fortuna nun herauszufordern.

 

Was mag der Unglückselige vorhaben, um seine fatale Lage zu verbessern? Finden Adele und ihr Leutnant doch noch zueinander? Und wie wird der bauernschlaue Donnerbart die Zigarrenarbeiterin Marianne von seiner Vision einer gemeinsamen Zukunft überzeugen können? Bis zum – hoffentlich glücklichen – Ende sorgen weitere Verwicklungen für spannende Unterhaltung, bis „Der Raub des Domschatzes“ endlich enträtselt sein wird.